Urlaub in Bratislava mit Sebsn und Jens
Urlaub in der Slowakei
Unter dem Motto Wir feiern Christi Auferstehung ... ging es in die Slowakei, genauer nach Bratislava. Wie das zustande kam ? Tjoa, als erstes muss man Urlaub machen wollen, dann geht man auf die Ryan-Air-Seite und sucht was man mit möglichst geringem Budget realisieren kann, der Flug sollte alles in allem so billig wie möglich sein, auch an der Unterkunft kann man sparen, was uns im Star Hostel Bratislavamit gerade mal 5,50? pro Person pro Nacht doch auch sehr gelungen war.
Alles in allem war der Urlaub eine Riesen Gaudi, von toten Hunden über einen betrunkenen, gebrochen Deutsch sprechenden Menschen der uns unser Hostel zeigt bis hin zu einer Geburtstagsfeier mit dem billigsten Vodka den es gab und Batida + Chemie-Erbeeren-Sieche, war alles geboten.
Tag 0 - Die Ankunft in Bratislava und der Weg zum Star Hostel
In Bratislava angekommen, war natürlich das wichtigste erstmal an Geld in einer Währung zu kommen, die man in dem Land akzeptierte, so wurden sobald wir aus dem Terminal draussen waren, erstmal Geld gewechselt um dann festzustellen, dass man obwohl man am Flughafen von Bratislava war, irgendwie das Gefühl hatte am Arsch der Welt zu sein, weil ich mein, welcher Flughafen macht um 12 Uhr einfach seine Pforten zu ? Keine den ich bisher kennengelernt hatte. Naja, es war irgendwas um die 12 Uhr und wir hatten 0 Plan wie es weitergeht. Draußen fanden wir dann erstmal eine der Sehenswürdigkeiten des Kurztrips, DER ARSCH, der wohl in den Nächsten Tagen noch öfters aufgetaucht ist. Laut diverser lustiger Karten, sollte das Hotel gar nicht bzw. weit entfernt vom Flughafen sein, aber wenn man kein Plan vom Maßstab dieser hat und auch sonst nicht so wirklich weis wo man hin muss, kann das zu großem Chaos führen. Da wir es irgendwie nicht wirklich schafften uns Karten für den Bus zu kaufen (Kleingeldmangel) und aus unerklärlichen Gründen auch kein Taxi nehmen wollten, kamen wir auf die glorreiche Idee zu laufen ... Nacht halb 1 in Bratislava ... naja, wie auch immer, wir liefen los, Orientierung gab uns das weit entferne große leuchtende Etwas, von dem wir dachten dass es wohl Bratislava ist und wir dahin müssen. Grob geschätzt hätten wir das auf so ca 2 km geschätzt, ... wie sich herausstellte wäre es wohl viel viel weiter gewesen. Irgendwann verlief der von uns auserkoren Weg ins Nichts, besser gesagt in eine Wiese mit Zaun neben der Schnellstraße, wo wir auf einen toten Hund trafen ... sehr suspekt das ganze :) Daraufhin entschlossen wir uns zurück zu einer Bushaltestelle zu laufen die wir auf dem Weg gesehen hatten und einfach mal ein paar Stationen weiterzufahren. Als wir in den Bus einsteigen wollten, stellte sich das nächste Problem, Fahrkarten, nach einem kurzem Gespräch in dem wir alle unsere Deutsch, Englisch und Gebärdensprachfähigkeiten anwendeten, fanden wir heraus, dass man nur mitfahren kann wenn man eine Fahrkarte hat, logisch, aber kaufen kann man die im Bus nicht, das muss man vorher machen. Solche Automaten stehen aber nicht überall, sondern nur an manchen Haltestellen, z.b. am Flughafen .... Naja, wie auch immer, wir entschlossen uns einen weiteren Versuch zu starten und liefen einfach mal in eine leicht andere Richtung weil Überlegungen, Analyse und Gespräche über eine Karte und Wegbeschreibung zum Star Hostel die wir hatten ergeben hatten, dass wir wohl da wo wir waren doch gar nicht so falsch waren. Mittlerweile war es Stockdunkel, wir zu dritt irgendwo in Bratislava, ohne Plan, ich schon total am Arsch, weil mein Gepäck irgendwo Dank dem ganzen Photokram, viel zu schwer war. Naja, irgendwann fanden wir einen Straßennahmen der in der Wegbeschreibung zum Star Hostel auch stand. Naja, man sollte der Straße folgen und nach 400m oder so einbiegen, dann um die Ecke und nochmal um die Ecke und man ist quasi da, oder auch nicht ... ohne Plan von Anfang und Ende der Straße, wurde das ganze erstmal ein lustiges Ratespiel. Was wir auf unseren Wegen entdeckten, war ein McDonalds und eine Pizzeria. Unser "perfektes Slowakisch" half uns irgendwann nachdem wir zig Leute nach dem Star Hostel gefragt hatten auch nicht wirklich weiter, aber ein älterer, nach Alkohol und Zigaretten riechendem Mann mit einer Gelben Einkaufstüte bewaffnet, gab uns in gebrochenem Deutsch zu verstehen er wüsste wo das Hostel ist ... . Eine sehr skurrile Figur führt uns jetzt quer durch Hinterhöfe, Baustellen und andere Geländeformationen. Uns war etwas mulmig zumute bei dem ganzen aber irgendwann schafften wir es doch dann tatsächlich über Umwege zum Star Hostel wo unser Führer seinen Tribut verlangte, den Jens glücklicherweise mit seinen übriggebliebenen Zigarillos befriedigen konnte. So, wir hatten es geschafft, endlich angekommen, gingen wir an die Rezeption wo uns ein etwas suspekt dreinschauender junger Rezeptionist die Unterlagen zum ausfüllen gab. Die Musik die im Hintergrund lief erinnerte an eine billige Pornoseite und war leicht paranoid, aber was anderes sollte man denn machen wenn man die halbe Nacht in einem kleinen Zimmer hinter einer Glasscheibe an einem Computer sitzt ? Er brauchte uns dann zu einem Zimmer, wo wohl auch er feststellte, dass wir 3 Personen waren, das Zimmer aber nur 2 Betten hatte, also ging es zurück zur Rezeption, er nahm einen anderen Schlüssel mit und wir gingen dann auf unser Zimmer. Dort bezogen wir unsere Betten um anschließend nochmal "On-Tour" zu gehen um unsere hungrigen Mägen zu füllen und noch etwas zu trinken. Naja, also es war mitten in der Nacht, wo bekommt man da noch was zu trinken ? Natürlich bei McDonalds ... also zurück zu dem McDonalds das wir auf der Suche nach dem Hostel schon gesehen hatten. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass wir am Arsch der Welt waren und McDonalds Sonntags hier schon viel zu früh schließt. Aufgrund absoluter Ratlosigkeit und Orientierungslosigkeit, entschieden wir uns, alles weitere auf den Nächsten Tag zu verschieben und kehrten zum Hostel zurück, wo wir uns an der Rezeption zu doch recht günstigen Preisen mit Chips, Wasser, Ice-Tea und Schokoriegeln eindeckten, die quasi den Ersatz für ein Abendessen darstellen sollten. Ich packte dann noch mein Notebook aus und fand lustiger Weise sogar 2 Wireless-Netzwerke, leider schaffte ich es nicht in eins der beiden hineinzukommen und so war dann erstmal nichts mit Internet, wäre ja auch zu schön um wahr zu sein gewesen.
Der erste Tag in Bratislava
Am nächsten morgen dann wollten wir uns in die Stadt machen um erstmal was gescheites zu frühstücken, ein bißchen was einzukaufen und soweiter. Da wir an keiner Bushaltestelle die wir gesehen hatten irgendwelche Automaten gesehen hatten, entschlossen wir uns, das ganze also zu fuss zu machen, auch hier wieder etwas überfordert die Entfernung auf einer Karte zu deuten, dauerte der Weg in die Stadt doch recht lange und wir machten einige Umwege. Dort angekommen fanden wir dann heraus, dass es wohl Oster Montag war und das auch hier ein Feiertag war und somit Supermärkte geschlossen hatten. Nichts desto trotz, fanden wir auch hier in der Stadt wieder die tollen Plakate des geilen Arschs das wir schon vom Flughafen kannten. Irgendwann fanden wir dann aber eine Art 24/7-Supermarkt, mitten in der Stadt. Beim einkaufen wurde uns auf einmal klar, wie schwer der Kram war und wie weit man das Zeug eventuell wieder heimtragen musste, aber egal, da wir frühestens am nächsten Tag in einen normalen Supermarkt gehen konnten, war es klar, dass wir uns etwas eindecken mussten.
Die anderen Tage
Da sich die Chronologie schon wieder etwas aus meinem Kopf verflüchtigt hat, ist es mit absoluter Sicherheit zu erwarten, dass der Bericht nicht dem wirklichen Zeitstrang folgt.
An den weiteren Tagen in Bratislava erlebten wir noch viel, wir hatten eigentlich jeden Tag vor uns eine 3-Tageskarte für Bus und Bahn zu fahren, um nicht jedesmal bis zur nächsten Bahnhaltestelle laufen zu müssen, die einen Automat hat, das haben wir die komplette Woche nicht geschafft, stattdessen war es jeden Tag ein Krampf das passende Kleingeld zusammenzubekommen um mit der Bahn in die Stadt oder aus der Stadt heraus zu fahren. An einem Abend wollte ich dann noch ein paar schöne Sonnenaufgangsbilder über der Stadt machen, da die Bahnen aber zwischen 1 Uhr morgends und 6 Uhr morgends nicht fuhren, mussten wir wohl oder übel die ganze Nacht in der Stadt verbringen. Schlussendlich beschlossen wir das ganze mit einer Sauftour zu Verbinden und besuchten dann auch verschiedene Bars in der Stadt. In der Bar in der wir am Anfang waren, landeten wir dann auch gegen Ende, weil es die Einzige Bar war die heute noch bis 4 Uhr offen war. Nachdem wir mit den letzen die Bar verließen schlossen wir die Bekanntschaft mit einem extrem angetrunkenen Mann, der wie sich später rausstellte wohl der Manager der Tschechischen Nationalmannschaft im Eishockey war und hauptberuflich Flugzeuglotse war :). Er suchte verzweifelt "The Whole in the Wall" ... wir fanden dann auch sehr bald raus, dass er nichts anderes als einen Geldautomaten meinte, den wir ihm zeigten. Glücklich darüber, lud er uns ein die restliche Nacht noch mit ihm zu feiern, was wir gerne gemacht hätten, aber wir klärten ihn darüber auf, dass es nach 4 Uhr war und in Bratislava jetzt wohl nichts mehr zu finden war wo man noch einen hätte drinken können, so verabschiedete er sich alsbald fluchend von uns mit seinem Kollegen und wir machten uns auf Richtung Schloss, weil ich dort den besten Überblick über Bratislava hatte. Dort standen wir nun, Jens, Seb und ich und froren, Seb hörte Musik mit seinem MP3-Player, Jens rannte Treppen hoch und runter um sich warm zu halten und ich spielte mit meiner Kamera herum, machte ein paar Langzeitbelichtungen und fror weiter vor mich hin. Als es dann langsam hell wurde und abzusehen war, dass Wolken die Sonne verdeckten, gingen wir irgendwann zurück in die Stadt und nahmen die nächste Bahn heim. Dort beschlossen Jens und ich dann am nächsten Tag in ein Museum in Bratislava zu gehen und ein paar Friedhöfe zu besichtigen, Sebsn Vorstellung von Urlaub war da anders, er zog es vor nach dieser kurzen Nacht doch lieber auszuschlafen.
Der Besuch im Museum war dann doch etwas enttäuschend, auch wenn wir vorher nicht wirklich wussten was uns erwartet, hatten wir mehr erwartet. Danach wollten wir uns ein paar Friedhöfe anschauen, nach einer endlosen Suche und diversen Irrwegen schafften wir es die Karte richtig zu deuten und fanden den gesuchten Friedhof, nur war dieser komplett verschlossen und nachdem wir uns etwas zu essen gegönnt hatten, machten wir uns dann wieder auf den Weg ins Hotel.
Der letzte Tag in Bratislava
... oder auch der letzte Tag in Bratislava am Flughafen. Da wir Helden sind und Helden nicht groß Nachdenken, weil wir einfach alles irgendwie schon geregelt bekommen, hatten wir etwas für den letzen Tag nicht ganz bedacht, dass unser Flug abends geht, unser Zimmer hatten wir allerdings nur bis 10 Uhr morgends ... tjoa, dumm gelaufen, im nachhinein sage ich hätte wir das Zimmer einfach noch einen Tag länger nehmen sollen, die paar ? wäre es Wert gewesen. Wir beschlossen uns ein Taxi kommen zu lassen und damit zum Flughafen zu fahren, anstatt uns jetzt ma letzten Tag hier nochmal den Stress zu machen und dorthin zu laufen. Dort angekommen machte sich Seb dann nochmal auf den Weg in die Stadt um seine Jacke in einem Cafe zu suchen, wo er sie am Tag vorher vergessen hatte. Ich verbrachte meine Zeit damit ein paar PDFs zum Thema Usability von Webseiten auf meinem Notebook zu lesen. Der Akku schaffte immerhin 5 1/2 stunden. Irgendwann war auch Seb wieder da und wir beschlossen uns draussen in die Sonne auf die Wiese zu legen um dort noch ne runde zu relaxen, hier verbrachten wir dann den Rest des Tages.
Lustig wurde es dann beim Einchecken, als ich an die Reihe kam und meine Tasche auf die Wage stellte, teile mir man schlicht und einfach mit, ich solle 5kg da rausnehmen. Ich war wie erstarrt, wie sollte ich 5 kg herausnehmen ? mein Rucksack war schon voll bis oben und mit ca 10kg auch schon recht grenz wertig als Handgepäck. Naja ich war irgendwie total am rotieren und fing an der Dame hinterm Schalter klar zumachen, dass ich schon auf dem Hinflug 20kg gehabt hätte ... nach einiger Zeit klärte sich das ganze auf und wir fanden heraus, dass man die 20kg nur mitnehmen durfte, wenn man vor einem gewissen Tag gebucht hat ... wir hatten das glücklicherweise und so durfte mein 20kg schweres Gepäck doch ins Flugzeug ... Erleichterung pur. Der Heimflug ging dann recht schnell und ich war froh als ich abends irgendwann in mein geliebtes, gemütliches Bett fallen konnte.
Der Fazit
Gerne wieder, der Urlaub war eine Mischung aus Chaos, Spass und Weiterbildung, genau das richtige :) Auch die Kosten waren recht gering und so kann ich jedem nur Empfehlen sich auch mal auf so einen lustigen Trip mit ein paar Freunden zu begeben.
Der Geburtstag
Es war reinfeiern in Jens Geburtstag angesagt, wir verbrachten den Abend also damit erstmal eine Pizza essen zu gehen in unserer Stamm-Pizzeria um die Ecke, danach war Spass angesagt, wir hatten eine Flasche Batida, eine Flache übelsten Vodka, der stank schon verschlossen nach Brennspiritus. Für den Batida hatten wir etwas ganz besonderes, Erdbeersaft ... naja was daran Erdbeere war, frag ich mich bis heute, 100% Chemie, 0 % Frucht wäre der passende Aufdruck gewesen, naja mit Batida lies sich das trinken, als die Erbeersieche leer war, stiegen wir dann auf Kirschsaft um, auf den Wodka verzichtete ich dann, der Geruch hatte mir schon gereicht. Auf jeden Fall war es ein lustiger Abend geworden und wir hörten bis in die frühen Morgenstunden Musik, machten Scheiss und hatten Spass.

